Glossar
Zentrale Begriffe rund um WCAG und digitale Barrierefreiheit, alphabetisch sortiert.
- Alternativtext
- Eine kurze Textbeschreibung eines Bildes, hinterlegt im alt-Attribut. Sie wird von Screenreadern vorgelesen und ersetzt das Bild, wenn es nicht geladen werden kann. Rein dekorative Bilder sollten alt="" (leer) erhalten.
- ARIA
- Accessible Rich Internet Applications — ein Satz von HTML-Attributen (role, aria-*), die zusätzliche Semantik für assistierende Technologien bereitstellen, wenn natives HTML dafür nicht ausreicht. Grundregel: natives HTML ist ARIA immer vorzuziehen, wenn es die gleiche Funktion bietet.
- Assistierende Technologien
- Software oder Hardware, die Menschen mit Behinderungen bei der Nutzung digitaler Inhalte unterstützt — zum Beispiel Screenreader, Braillezeilen, Spracherkennung oder alternative Eingabegeräte.
- EAA / BFSG
- Der European Accessibility Act (EAA) ist eine EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit bestimmter Produkte und Dienstleistungen, in Deutschland umgesetzt durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Seit dem 28. Juni 2025 gilt es für viele digitale Angebote wie Onlineshops und Bankdienstleistungen und verlangt in der Regel WCAG-2.1-AA-Konformität.
- Konformitätsstufen (A, AA, AAA)
- WCAG definiert drei Konformitätsstufen: A (Minimum), AA (Standard, in den meisten Gesetzen wie BFSG und EAA gefordert) und AAA (höchste, meist nicht vollständig für ganze Websites erreichbar). Diese Anwendung prüft auf Stufe AA.
- Kontrastverhältnis
- Das Helligkeitsverhältnis zwischen Text- und Hintergrundfarbe, ausgedrückt als Zahl (z. B. 4.5:1). WCAG AA verlangt mindestens 4.5:1 für normalen Text und 3:1 für großen Text, damit auch Menschen mit Sehbeeinträchtigungen den Inhalt lesen können.
- Landmark
- Ein semantischer Bereich einer Seite wie main, nav, header oder footer (oder die entsprechende ARIA-Rolle). Landmarks lassen Screenreader-Nutzer:innen direkt zwischen Seitenbereichen springen, statt sich linear durchzuklicken.
- POUR-Prinzipien
- Die vier Grundprinzipien von WCAG: Wahrnehmbar (Perceivable), Bedienbar (Operable), Verständlich (Understandable) und Robust. Jede WCAG-Erfolgskriterium lässt sich einem dieser vier Prinzipien zuordnen.
- Screenreader
- Eine Software, die Bildschirminhalte als Sprache oder Braille ausgibt. Screenreader verlassen sich auf korrekte Semantik (Überschriften, Landmarks, Alternativtexte, zugängliche Namen), um Inhalte sinnvoll vorzulesen.
- Semantisches HTML
- Die Verwendung von HTML-Elementen entsprechend ihrer Bedeutung statt nur ihres Aussehens — etwa <button> statt eines klickbaren <div>. Semantisches HTML liefert assistierenden Technologien kostenlos die richtige Rolle, den Zustand und die Bedienbarkeit.
- Sichtbarer Fokus
- Eine deutliche visuelle Markierung, welches Element gerade per Tastatur fokussiert ist (meist ein Rahmen oder Umriss). Ohne sichtbaren Fokus verlieren Tastaturnutzer:innen die Orientierung auf der Seite.
- Sprunglink (Skip-Link)
- Ein meist unsichtbarer Link am Seitenanfang, der beim Fokussieren sichtbar wird und direkt zum Hauptinhalt springt. Er erspart Tastatur- und Screenreader-Nutzer:innen, sich bei jeder Seite erneut durch die Navigation zu klicken.
- Touch-Ziel-Größe
- Die Mindestgröße und der Mindestabstand interaktiver Elemente auf Touch-Geräten (WCAG 2.5.8 empfiehlt mindestens 24×24 CSS-Pixel). Zu kleine oder zu dicht beieinander liegende Ziele sind schwer präzise zu treffen, besonders bei motorischen Einschränkungen.
- Überschriftenstruktur
- Die hierarchische Gliederung einer Seite über h1–h6. Eine korrekte, lückenlose Reihenfolge (h1 → h2 → h3, keine übersprungenen Ebenen) erlaubt Screenreader-Nutzer:innen, sich über eine Inhaltsübersicht schnell zu orientieren.
- WCAG
- Die Web Content Accessibility Guidelines sind der internationale Standard für barrierefreie Webinhalte, herausgegeben vom World Wide Web Consortium (W3C). Diese Anwendung prüft gegen WCAG 2.1 auf Konformitätsstufe AA.
- Zugänglicher Name
- Der Text, den ein Screenreader für ein interaktives Element (Link, Button, Formularfeld) ausgibt. Er wird aus sichtbarem Text, alt-Attributen, aria-label oder verknüpften Labels berechnet. Fehlt er, ist das Element für Screenreader-Nutzer:innen ein Rätsel.